Schiffsblöcke aus der Tischlerei Herling

Neue Schiffsblöcke für die Gorch Fock

Als letzte Blockmacherei in Deutschland fertigt die Tischlerei Herling bereits seit 2010 traditionelle Schiffsblöcke für die Gorch Fock an. Dieses Jahr werden wieder rund 60 neue Schiffsblöcke in Handarbeit für das Segelschiff hergestellt.

Die Gorch Fock ist eines der bekanntesten Segelschulschiffe der Deutschen Marine und wurde 1958 gebaut. Seit jeher erhalten Offizier- und Unteroffizieranwärter hier einen wichtigen Teil ihrer praktischen und theoretischen Ausbildung. Seit Anfang des Jahres liegt der Großsegler allerdings in der Elsflether Werft im Landkreis Wesermarsch und wird von Grund auf überholt. Zu den Arbeiten gehören zum einen die Modernisierung der Motoren- und Sicherheitstechnik sowie die Erneuerung der gesamten Takelage, neue Schiffsblöcken inbegriffen. In Zusammenarbeit mit der Mohr Hebetechnik GmbH fertigt die Tischlerei Herling im Auftrag der Gorch Fock rund 60 neue Schiffsblöcke.

Vom Holzbrett zum Schiffsblock

Eschenholzbrett vor der Verarbeitung in der Tischlerei HerlingBei einem Schiffsblock handelt es sich um ein Gehäuse aus verleimten Holz. In dessen Mitte befindet sich mindestens eine drehbare Rolle, durch die eine Schot gezogen wird. Durch ihren Einsatz wird die Zugrichtung beim Tauwerk verändert und Leinen können umgelenkt werden.

Der Schiffblock funktioniert dabei nach den physikalischen Hebelgesetzen: Durch die Veränderung der Zugrichtung in die entgegengesetzte Richtung, verringert sich die benötige Kraft beim Ziehen. Mehrere Schiffsblöcke können dadurch zu einem Flaschenzug kombiniert werden und die Arbeit auf hoher See wird deutlich leichter. Fast fertige Schiffsblöcke von der Tischlerei Herling

Die Tischlerei Herling fertigt auch heute noch ihre Schiffsblöcke aus massivem Holz in traditioneller Handarbeit an und nicht wie heute üblich aus Kunststoff, Aluminium oder Stahl. Und auch das ist besondere: Die Schiffsblöcke werden durch eine durchgehende Kupferstange zusammengehalten und nicht wie üblich verschraubt. Diese Art der Verarbeitung garantiert, dass die Blöcke zusammenhalten, auch wenn das Holz bei Kälte und Feuchtigkeit quilt oder bei großer Hitze schrumpft.

Jeder Schiffsblock wird geprüft!

Für das Blockgehäuse verwendet die Tischlerei Herling Eschenholz, denn das lässt sich leicht verarbeiten und ist härter und elastischer als anderes Holz. Die rohen Holzbretter werden im ersten Schritt zugeschnitten, abgerichtet, ausgehobelt und verleimt. Schiffsblöcke in der Lackkammer Tischlerei HerlingAnschließend wird die Form ausgesägt und die Bohrungen für die Rollenachsen gefertigt. Im letzten Schritt wird das Blockgehäuse mit Kupfestangen und Nietscheiben vernietet.
Die Schiffsblöcke sind fest fertig und werden in der Lackkammer mit einer Teaklasur wettertauglich gemacht.

Bevor die Schiffsblöcke jedoch auf der Gorch Fock zum Einsatz kommen, rüstet die Mohr Hebetechnik GmbH die Blöcke mit den zuvor gefertigten Eisenbeschlägen aus. Jeder Block wird anschließend auf zulässige Bruchlast auf der Streckband geprüft und bekommt nach bestandenem Test ein Messingschild mit entsprechender Beschreibung und Prüfnummer. Die Koordination und Kommunikation zwischen den Werken übernimmt Jochen Gnass von der Stopplicht GmbH.

In einigen Monaten werden die Arbeiten an der Gorch Fock abgeschlossen sein und der Großsegler wird im neuen Glanz und mit den Schiffsblöcken der Tischlerei Herling für die nächsten Ausbildungsfahrten auf hoher See gerüstet sein.

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