Holz Stamm mit Riss

Holz – Fünftes Element und Wunder der Natur

Holz ist der elementare Werk- und Baustoff für die Tischler dieser Welt – so auch für Andreas Herling und sein Team in Hamburg. Der natürliche Rohstoff überzeugt mit Stabilität, Belastbarkeit und lebendiger Vielseitigkeit. Zwar trat er mit Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund zahlreicher neuer Baustoffe etwas in den Hintergrund, erlebt heute jedoch ein bemerkenswertes Comeback. Deshalb werden Aspekte wie Nachhaltigkeit und Umsicht mit dem Ökosystem immer wichtiger.

 

KanthoelzerMehr und mehr löst Holz Werkstoffe wie Metall, Beton oder Kunststoff im Innenausbau ab. Die Verarbeitung ist zwar aufwendig und nicht immer einfach, das Ergebnis dafür etwas Einzigartiges: Als Parkett etwa strahlt es Wärme und einen Hauch von Luxus aus, als handgefertigtes Möbelstück in Haus, Garten und Büro ist es individuell anpassbar, als Dekoelement schafft es natürliches Flair, als Trennwand- oder Trockenbauelement ermöglicht es eine vielfältige Raumnutzung. Der wohl aber größte Vorteil von Holz ist, dass dieser natürliche Baustoff uns – bei nachhaltigem Umgang – nie ausgehen wird. Darauf achten Förster der deutschen Forstwirtschaft nun schon seit rund 250 Jahren. Sie halten die Wunderfabrik aus Holz am Laufen – und ihre Eingriffe sinnvoll in Grenzen.

Ökologie und Ökonomie in Menschenhand

Tatsächlich ist das Eingreifen von Menschen nicht nur von Nachteil für das Ökosystem Wald. Im Gegenteil, ein gesunder Fortbestand erfordert in mancher Hinsicht sogar die menschliche Unterstützung der Natur. Jedes Jahr im Herbst tragen Bäume wie Eichen und Buchen unzählige Früchte, die im Spätherbst zu Boden fallen und zu neuen Bäumen heranwachsen wollen. Die Natur selbst nimmt bereits eine gewisse Auslese vor, um einen unkontrollierten Bewuchs zu vermeiden: Eicheln und Eckern dienen als wichtige Nahrung für Tiere im Winter und nicht jede Frucht garantiert im Frühjahr einen kräftigen Sprössling. Der Förster unterstützt diesen Prozess effektiv, indem er darüber hinaus dem Wald ausgewachsene Bäume entnimmt und so genügend Raum und Licht für den kräften, jungen “Nachwuchs” schafft.

Die grüne Lunge der Erde

Individuelle Möbel Tischlerei HerlingSchon in der Grundschule wurde einem die Bedeutsamkeit der Wälder für uns Menschen beigebracht: Sie produzieren den Sauerstoff, den wir atmen. Im Rahmen des faszinierenden Prozesses der Photosynthese verwandeln Blätter von Pflanzen und Bäumen das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid mit Hilfe von Licht und Wasser in Zucker, gewinnen daraus Energie und Nährstoffe für sich selbst, bauen Kohlenstoff ab und lassen uns atmen. Das tun sie tatsächlich auch dann noch, wenn man aus ihnen ein langlebiges Holzprodukt herstellt, dessen klimaschützender Effekt auch als Möbelstück oder gar ganzes Haus bestehen bleibt. Deshalb legt die Tischlerei Herling bei allen Leistungen auch größten Wert auf den sorgsamen Umgang mit dem Rohstoff und den größtmöglichen Erhalt von dessen Natürlichkeit.

Der schwere Weg zum Baustoff

Einen Baum zu fällen ist noch immer eine gefährliche und schwierige Angelegenheit, bei dem jüngere Bäume – und natürlich die ausführenden Arbeiter – nicht zu Schaden kommen sollen. Damit das Holz nicht splittert oder reißt, spannen die Waldarbeiter zuerst ein Stahlseil um den Stamm. Dann schlagen sie eine Kerbe in den Stammfuß, welche die Fallrichtung vorgibt und setzen anschließend zum finalen Fällschnitt an, bei dem an bestimmten Stellen positionierte Keile den Baum in Kippstellung hebeln.

Ist der Baum gefallen, ist aus dem Organismus ein Rohstoff geworden, dessen Holzmenge und -qualität bestimmt wird. Der Abtransport in die Sägewerke, der früher noch mit Hilfe von Pferden, per Schlitten, über Wasserwege oder auf Rutschen vorgenommen wurde und den Tod nicht weniger Arbeiter bedeutete, ist heute dank Spezialschleppern schnell und sicher.

Für 100 Quadratmeter Parkett braucht man sieben Eichen

Eschenholzbrett vor der Verarbeitung in der Tischlerei HerlingIm Sägewerk werden aus Stämmen einzelne Bretter geschnitten, die für jegliche Art der Weiterverarbeitung genutzt werden. Frisches Holz ist allerdings noch sehr feucht und leicht verformbar. Um Fugen und Rissen im Holzprodukt vorzubeugen, muss der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes langsam von 80 auf acht Prozent durch ausreichende Lagerung, Frischluft und Trockenkammern gesenkt werden. Erst dann kann es beispielsweise von Tischlern – wie dem Team von Andreas Herling – verarbeitet werden und seinen Feinschliff erhalten. Will man beispielsweise Parkett aus dem Rohstoff gewinnen, muss das Holz gehobelt und gefeilt werden, eine Nut und einen Kamm sowie ein Verbindungsprofil erhalten und zum Abschluss geschliffen und versiegelt werden. Dann kann man nahezu unbegrenzte Freude an diesem Naturprodukt haben.

Nachhaltigkeit für spätere Generationen

Damit auch spätere Generationen noch in den Genuss dieses Naturwunders kommen, müssen die Wälder dieser Erde geschützt werden. Förster sehen Wälder als eine der größten Verantwortungen in Menschenhand. Den Wäldern darf nur soviel Holz entnommen werden, wie nachwachsen kann und es gilt so zu wirtschaften, dass die Böden, Tier- und Pflanzenwelten intakt bleiben.
Eine Denkweise, die leider nicht weltweit eine Selbstverständlichkeit ist. Anders als in heimischen Gefilden ist beispielsweise der hemmungslos betriebene Raubbau in den Tropenwäldern ein großes Problem. Die Folgen sind die Zerstörung von Lebensräumen und die Gefahr von Erosion. Wer einen sorgsamen Umgang mit dem Rohstoff und eine ökologische Waldnutzung fördern möchte, kann sich an den Richtlinien und Siegeln des Forest Stewardship Council (FSC) orientieren. Das Siegel FSC hilft uns, ökologische Waldnutzung beim Einkauf zu erkennen.

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