Zahnprophylaxe-Container für Afrika-das gesamte handwerkerteam

Handwerk verbindet – als Tischler-Auszubildende in Afrika

Vom 23. August bis 17.September 2016 war Ronja Kügow, Auszubildende in der Tischlerei Herling, im Rahmen ihrer Berufsschulausbildung für das gemeinnützige Projekt “Ein Zahnprophylaxe-Container für Inhambane” in Afrika. Hamburger und mosambikanische Berufsschulen setzten gemeinsam die Planung und Gestaltung einer kleinen Station für zahnärztliche Einsätze um.

Zahnprophylaxe-Container für Afrika-Handwerkerteam bei der Besprechung

Foto: Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V

Gemeinsam etwas schaffen können, über alle Grenzen hinweg – das war wohl die Motivation von Ronja Kügow, die sie im Spätsommer letzten Jahres nach Afrika zog. Die Hamburgerin ist seit 2015 als Auszubildende fester Bestandteil des Teams der Tischlerei Herling und seitdem immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen. So zögerte sie nicht lang, als an der Beruflichen Schule Holz.Farbe.Textil (G6) – an der sie den theoretischen Teil ihrer Tischlerlehre absolviert – das “Ein Zahnprophylaxe-Container für Inhambane”-Projekt des “Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V.” vorgestellt wurde. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verständnis für globale Verantwortung und kulturelle Vielfalt zu schaffen und junge Menschen mit gleichen Interessen über alle Grenzen hinweg zusammenzuführen, um gemeinsam etwas Gutes zu tun. Speziell dieses Outgoing 2016 war ein Teil eines koorperativen Langzeitprojektes, das das interkulturelle voneinander sowie miteinander Lernen im handwerklichen Bereich in den Vordergrund stellen will und an dem zahlreiche Schulen aus Hamburg und Mosambik beteiligt sind.

Gegenseitig helfen und voneinander lernen

Zahnprophylaxe-Container für Afrika-afrikanische Kinder beim Zaehneputzen

Foto: Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V

Bereits seit vielen Jahren engagiert sich die Hamburger G6-Berufsschule aktiv bei gemeinnützigen Projekten in Afrika und ermutigt ihre Schüler immer wieder, die Chance zum internationalen Austausch mit anderen Menschen und Berufsgruppen zu nutzen. Ein spannendes Konzept, von dem Ronja sofort überzeugt war. Nicht zuletzt die Chance, eine zahnmedizinische Grundversorgung in einem so armen Land wie Mosambik zu ermöglichen, war für sie ein ausschlaggebender Grund, sich für das Projekt zu entscheiden: “Die Afrikaner kommen mit ihrer spärlichen, traditionellen Zahnpflege nicht mehr gegen die Folge der zunehmend importierten, zuckerhaltigen Nahrung an und Besuche beim Zahnarzt sind für viele unerschwinglich, weshalb es dringend einer günstigen Alternative bedarf.”

Zahnprophylaxe-Container für Afrika-Handwerker bei der Arbeit

Foto: Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V

Mit Händen und Füßen – die Entstehung eines Zahnprophylaxe-Containers

Bereits 2015 hatte die Planung der kleinen Zahnprophylaxe-Station für eine einfache, aber möglichst fundierte zahnmedizinische Grundversorgung begonnen. Ein Jahr später sollte es dann an die praktische Umsetzung gehen, für die Ronja und einige andere Schüler aus den Bereichen des Sanitär-, Maler-, Tischler-, Metall-, Dachklempner- sowie Elektrohandwerks im August 2016 nach Inhambane in Mosambik reisten. Vor Ort galt es dann einen Überseecontainer entsprechend aus- und umzubauen, Ablagen, Stauraum und Arbeitsflächen zu schaffen sowie einen Behandlungsbereich einzurichten. Zur Verfügung standen dafür, aus Hamburg mitgebracht, Werkzeug und Recycling-Material sowie lokal in Inhambane verfügbare Ressourcen. Zahnprophylaxe-Container für Afrika-fertiger Container von innenDas bedurfte nicht selten einer kreativen Art der Kommunikation, einer gewissen Improvisation, einer Menge Einfallsreichtum und ressourcenschonender Verwendung von Material. Doch Ronja gefiel diese Art des Arbeitens, denn genau dieses “spontan und sparsam sein” sowie “umdenken” müssen ist heute ihre Stärke: Wenn etwas mal nicht wie geplant funktioniert nimmt man sich eine Minute Zeit und dann findet sich immer eine gute Alternative.

Eindrucksvolle Erlebnisse und wichtige Arbeit in Afrika

Neben der handwerklichen Arbeit standen auch gemeinsame Erkundungstouren und Freizeitaktivitäten auf dem Programm, um das Interesse für die kulturelle Vielfalt des Landes zu wecken.

Zahnprophylaxe-Container für Afrika-Ronja Kuegow mit einem Teil des Teams

Foto: Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V

Das beeindruckendste Erlebnis für Ronja und die Gruppe begann als obligatorischer Strandausflug. Doch an jenem Tag musste spontan einigen Fischern geholfen werden, ein riesiges Fischernetz vom Strand aus einzuholen. Eine nicht ganz ungefährliche Aufgabe für die Mosambikaner, die größtenteils nicht schwimmen können. Doch am Ende siegten Ehrgeiz und Zusammenhalt, sodass sich auch die Einheimischen mutig ins Wasser stellten. Der Beweis für Ronja, dass man gemeinsam wirklich etwas schaffen kann, über alle Grenzen hinweg. Und der Ansporn, nach Ende ihrer Ausbildung im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres noch einmal zurückzukommen.

 

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